odeville

bio

Die Band

Hauke Horeis | Gesang
Tim Sinclair | Bass
David Bergert | Gitarre
Sascha Gotthard | Schlagzeug
Martin Dörr | Tasten

Odeville

„Alles wird gut“ – so simpel dieser Satz ist, so inflationär wird er doch auch oft genutzt. Bereits 2012 hatte die Band aus Hamburg einen der neuen Songs mit eben diesem Titel benannt und es wirkte wie ein Neuanfang. Nicht nur, dass deutsche Texte nun in den Fokus rückten, auch die Art und Weise des Sounds sollte sich verändern. War in den Jahren davor die Musik der vierköpfigen Band noch geprägt von extrovertierten Texten, brachialen Gitarren und dem drückenden Schlagzeug, gibt es seit dem Album „Heimat“ das alles auf Deutsch und bereits 2014 gab es mit dem Nachfolger „Helion“ einen weiteren Wechsel bei Odeville. Denn bei dem zweiten deutschsprachigen Album ist die Intensität und Liebe der Texte fast greifbar und doch ist es eben ein Stimmungswechsel, hat man als Hörer zumindest manches Mal das Gefühl.

Ein kurzer Rückblick

Mit der Stimmung ist es eben sowieso eine Sache; 2006 wurde Odeville ins Leben gerufen, und gleich nach wenigen Monaten der Proben gab den ersten radikalen Schnitt in der Ideologie der Band, denn man verabschiedet sich recht früh vom ursprünglichen Strophe – Gesang - Refrain – Gegrunze - Emo – Seitenscheitel - You ripped my heart out – Gehabe und begibt sich auf andere Wege, unterstützt von Keyboard Passagen und ersten Kontakten in der Musikbranche können bald schon Konzerte auch vor deutlich mehr als 50 oder gar 100 zahlenden Zuschauern gespielt werden. Unter anderem tritt man auf dem mittlerweile etablierten Deichbrand Festival zwischen Bands wie Days In Grief, Madsen und den damals noch recht unbekannten Volbeat auf. Die einzelnen Mitglieder mussten sich nun bereits entscheiden, ob das Ganze vielleicht doch mehr als ein Hobby sein sollte. Es entsteht die erste unbenannte EP und aus dem Hobby wird Berufung.

2009 folgt das Album „I Am Tourist“ Debütalbum auf einem Indie Label aus der Region und der Zuspruch wächst, man erspielt sich mehr und mehr Akzeptanz, aber im Bandgefüge führt das zum ersten Wechsel an der Bassgitarre. Man nutzt die Freundschaften in der Heimat um besagtes Album auf die Welt zu bringen und merkt schnell, dass es doch mehr als harte Arbeit und Fleiß benötigt, eine Band zu sein und eben auch daran fest zuhalten, eine richtige Band zu sein und den Traum „irgendwann verdienen wir damit unser Geld“ zu verwirklichen.

Die Konzerte werden mehr und finden immer öfter auch außerhalb von Hamburg und Umgebung statt, mit den Shows kommt eine gesunde Routine, aber auch die Gewissheit, dass der nächste Schritt gemacht werden muss. Dass es sich dabei um die Sprache handelt, man also in der Muttersprache in Zukunft auf die Bühne gehen wird, hatte zu Beginn der Reise Odeville wohl niemand erwartet.


Die Zeit bis zum Nachfolgealbum „Heimat“ fühlt sich ewig an und birgt bei so einem Umbruch auch Gefahren. Wie kann man so einen radikalen Schnitt machen ohne daran zu zerbrechen, die geschaffene Kunst von „I Am Tourist“ einfach so begraben? Der Schritt ist gewagt, aber er gelingt. „Heimat“ erscheint zuerst im Juni 2012 als Free Download und dann noch einmal im gleichen Jahr, als Digitale Veröffentlichung, im November.


Mit Material aus dem ersten deutschsprachigen Album und weiteren Titeln, die im Rahmen der Arbeiten an „Heimat“ entstanden sind geht es bereits 2014 schon wieder ins Studio und es entsteht der logische Nachfolger, doch irgendwie ist wieder etwas anders. Die Arbeiten am Bass wurden von einem weiteren Neuzugang eingespielt, aber das ist es nicht. Man will mehr, man will mit Odeville endlich den einen Schritt machen, weshalb man das alles auf sich nimmt, seit Jahren. Und das neue Album „Helion“ entsteht. Der Zuspruch wächst stetig und auch die ersten positiven Feedbacks aus der Presse und dem Radio geben der Band Recht, irgendwas läuft da richtig…. Mit einem gesunden Selbstbewusstsein gelingt es, dass Motor Entertainment auf die Band aufmerksam wird und das Album „Helion“ nochmals offiziell im Mai 2014 veröffentlicht. Bisher waren alle Alben halt in Eigenregie vertrieben worden, ein völlig neues Arbeiten für die Jungs aus Hamburg und sie sind gewillt, jede ihnen gebotene Möglichkeit wahrzunehmen und professionell zu arbeiten. Daraus resultiert schon bald der Drang, eine weitere Platte aufzunehmen und die gesammelten Erfahrungen der vergangenen Jahre sind mehr als hilfreich.

Der Hamburger Produzent und Musiker Martin Dörr soll ein wichtiger neuer Baustein der Band werden. Als Bekannter und Freund eigentlich nur für die musikalische Begleitung am Klavier zur Vorproduktion in den Proberaum eingeladen, entwickelt sich rasch eine Intensität die zeitnah zeigen soll, es geht nicht mehr ohne ihn. Des Weiteren findet man mit Arne Neurand schließlich einen bekannten Produzenten der mit Bands wie Donots, …Trail Of Dead und Revolverheld aufgenommen hat und sicherlich zu deren Erfolg maßgeblich beigetragen hat.

Schon bevor die erste Spur aufgenommen wurde, stürzte sich Arne voller Hingabe in jedes einzelne der Demos. Zusammen mit Martin hat er aufgeräumt, umgestellt, weggeworfen und neugedichtet, um die Wahrhaftigkeit jedes der Stücke freizulegen. Es ging ihm immer um die Kernaussage des Songs. „Mach was, aber mach es anders - den nur geil ist auch wirklich geil…“

In nur zwei Tagen Vorproduktion hat er den Grundstein für die nunmehr 6. Veröffentlichung gelegt, um mit den fünf Jungs im März 2015 in den Horus Studios Hannover die Arbeit an dem Album Phoenix zu beginnen. In den nächsten zwei Wochen war er nicht nur Produzent und Engineer der von früh morgens bis spät in die Nacht an den Reglern saß, sondern wurde Freund und neuer Weggefährte. Der kein Blatt vor den Mund nahm, nur um die Band über das äußere ihrer Grenzen zu tragen. Beflügelt von seiner Leidenschaft zur Musik, schaffte es die Band innerhalb dieser kurzen Zeit elf Songs, denen man wortwörtlich den positiven Schaffungsprozess anhören kann, aufzunehmen.

Entstanden ist daraus das dritte deutschsprachige Album, das den Namen „Phoenix“ trägt. Wir vermeiden hier nun die entsprechenden Floskeln mit Asche und all dem Kram. Dennoch sei gesagt, dass Odeville mit dieser neuen Platte wohl endgültig gefunden haben, wonach sie fast seit Beginn der ersten Proben im stillen Kämmerlein gestrebt haben. Eine Band zu sein die es an sich nun auch verdient hat, endlich auch aus ihrer Kunst bare Münze zu machen. Denn so eine Wegstrecke von Alben, die immer selbst finanziert werden mussten, die Studios, die Produzenten und Fertigungen von Merch, Artwork, Design – man bezahlt nicht nur mit Tränen, Schweiß und Verzweiflung, sondern eben auch mit barer Münze.

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